DomainPOP-Abruf: No address survived parsing configuration

Über "Postabruf über DomainPOP" (Einstellungen | Server-Einstellungen | DomainPOP) kann MDaemon Post aus einem außen liegenden POP-Postfach abrufen und an die eigenen Benutzer zustellen.
 
Dabei werden zunächst alle Nachrichten aus dem angegebenen Postfach beim ISP mit Hilfe des POP-Protokolls abgerufen. Danach werden die Nachrichten gemäß den konfigurierten Regeln ausgewertet und in den Postfächern der einzelnen Benutzer oder auch in der Extern-Warteschlange abgelegt, wie wenn sie über normale SMTP-Verbindungen empfangen worden wären.
 
Es ist dabei wichtig zu wissen, dass den Nachrichten aus POP-Postfächern, die mit Hilfe des POP-Protokolls abgerufen wurden, wichtige Routing-Informationen (manchmal auch "Umschlag" genannt) fehlen. Die Routing-Informationen wären nur beim Versand über das insoweit übergeordnete Protokoll SMTP enthalten. Da diese Routing-Informationen nicht zur Verfügung stehen, muss MDaemon die Nachrichten einlesen und durch Auswertung der Kopfzeilen versuchen, den richtigen Adressaten zu bestimmen. Dies ist, gelinde gesagt, keine recht exakte Wissenschaft. Kopfzeilen enthalten oft leider nicht ausreichend Informationen, um den Adressaten zu bestimmen. Dieses Fehlen der eigentlich wichtigsten Information einer Nachricht überhaupt - des Empfängers - scheint verwunderlich, aber es ist zu bedenken, dass die Nachricht für eine Auslieferung über das POP-Protokoll eigentlich gar nicht gedacht war. Bei SMTP wiederum ist der Inhalt einer Nachricht unwichtig, da das Übertragungsprotokoll selbst dem Server schon während des Versands mitteilt, wer der Adressat der Nachricht ist.
 
MDaemon verfügt über umfassende Auswertungsfunktionen für die Kopfzeilen einer Nachricht, um eine zuverlässige Zustellung zu gewährleisten. Nach dem Abruf einer Nachricht von einem außen liegenden Postfach wertet MDaemon sofort alle Kopfzeilen aus und erstellt eine Liste möglicher Empfänger, wobei jede E-Mail-Adresse, die MDaemon in einer Kopfzeilen findet, mit einbezogen wird. Sobald dieser Vorgang abgeschlossen ist, teilt MDaemon die Liste in lokale und externe Empfänger auf. Vorher werden noch alle geparsten Adressen auf gültige Aliasnamen überprüft und diese ggf. umgesetzt.
Alle lokalen Empfänger (Adressen in der Hauptdomäne oder einer der Zweidomänen von MDaemon) erhalten je eine Kopie der Nachricht. Wie mit den externen Empfängern zu verfahren ist, wird im entsprechenden Konfigurationsdialog eingestellt. MDaemon kann diese Adressen ignorieren, eine Übersicht davon dem Postmaster zuleiten oder sie honorieren-in diesem Fall stellt MDaemon tatsächlich eine Kopie der Nachricht dem externen Empfänger zu. Diese letzte Vorgehensweise ist aber nur unter seltenen Umständen angebracht. Es muss besonders darauf geachtet werden, dass keine doppelten Nachrichten oder Endlosschleifen bei der Postzustellung entstehen. Ein häufiges Problem, das sich aus dem Fehlen des SMTP-Umschlags ergibt, tritt bei Mailinglisten auf.
Üblicherweise enthalten Nachrichten aus Mailinglisten keine Hinweise auf die Empfänger im Nachrichtentext. Stattdessen setzt der Generator der Mailingliste einfach den Namen der Liste in das Feld AN: ein. Dadurch ergibt sich das Problem, dass MDaemon, wenn das Feld AN: den Namen der Liste enthält, nach dem Abruf der Nachricht dieses Feld auswertet, dabei auf den Namen der Liste stößt und die Nachricht sofort wieder an diese Liste zurückschickt. Dadurch würde aber eine weitere Kopie derselben Nachricht über das POP-Postfach MDaemon wiederum zugeleitet werden, und der Kreislauf würde von vorn beginnen. Um das zu verhindern, muss der Systemverwalter die Funktionen von MDaemon so nützen, dass Post aus Mailinglisten entweder gelöscht oder so umbenannt wird, dass sie den richtigen lokalen Empfängern zugeht. Dazu können auch Routing-Regeln oder Inhaltsfilter benutzt werden.
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Fragen Sie zusätzlich bitte bei Ihrem Provider nach, ob dieser einen zusätzlichen Header zur Verfügung stellt (z.B. Deliverd-To), so dass im Header alle Empfänger auftauchen und MDaemon diese auch auswerten kann.
Ist dies der Fall, bitte diesen Header unter dem Reiter "Parser" eintragen!
 
Ist dies nicht der Fall, empfehlen Ihnen für die bekannten User Ihrer Domain Routing-Regeln zu erstellen.
 
Diese finden Sie unter "Einstellungen | Server-Einstellungen | DomainPOP | Routing 

Ein Beispiel:

1.) Unter (1) den Punkt "entspricht" markieren.
2.) Bei (2) in das Textfeld die Adresse eintragen z.B. "mustermann@domain.de".
3.) Bei (3) wählen Sie "An Benutzer oder Benutzergruppe senden" und klicken auf "Regel hinzufügen".
3.) im sich öffnenden Fenster können Sie nun die E-Mail-Adressen auswählen. Unter "Neue Adresse hinzufügen" können Sie auch eine andere Adresse hinzufügen, die nicht in MDaemon besteht.
4.) Klick "OK"
5.) Nun haben Sie dies korrekt definiert. Klick auf "Übernehmen" und "OK" und schon ist dies aktiv.



Falls Ihr MDameon Server eine feste IP-Adresse hat, können Sie zudem alternativ mit Ihrem ISP vereinbaren, dass MDaemon alle Benutzerkonten direkt verwaltet und alle Emails (MX-Eintrag der Domain) direkt an die Domain in MDaemon gehen.
In diesem Fall benötigen Sie kein DomainPOP mehr und das "Problem" wäre umgangen.

Vorteile:
  • Volle Kontrolle und keine Abhängigkeit vom Provider
  • Zeitnahe Zustellung der E-Mails, da diese nicht per POP3 abgeholt werden
  • Keine Probleme bei der Zuordnung von „BCC“-Mails und Newsletter/Mailinglisten
  • Weniger Spam! Alle AntiSpam-Tools werden angewandt
  • Ausführliche SMTP-Protokollierung

Wie stellt man das um?

MX-Eintrag im DNS auf den MDaemon-Host zeigen lassen. Hier sollte Ihnen ihr Provider behilflich sein!

Nicht vergessen auch den PTR-Record auf die IP-Adresse des MDaemon-Servers zeigen zu lassen.
Das muss der Provider machen, der Ihnen die öffentliche IP-Adresse zur Verfügung stellt (Beispiel: Deutsche Telekom oder bei einer VM im Rechenzentrum der Hoster)

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